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          https://de.wikipedia.org/wiki/Autobahn_5_(Schweiz)

  • Ju­ra­tun­nel (Kon­zept aus den 70er Jahren), 

Al­ter­na­tiv­rou­te ab der Ver­zwei­gung Bö­zin­gen­feld mit­tels Tun­nel bis nach Vi­nelz oh­ne Aus-/ Ein­fahrt (die­ses Kon­zept ist we­gen sei­ner sehr ge­rin­gen Ent­las­tung der Stadt eher unwahrscheinlich), 

zu­dem wur­den in der Ver­gan­gen­heit be­reits Ju­ra­tun­nel-Va­ri­an­ten mit An­schluss in Biel (Aus-/ Ein­fahrt auf hö­he Müh­le­brü­cke) aus­ge­ar­bei­tet und als kaum rea­li­sier­bar ein­ge­stuft (mas­si­ver Ein­griff in die Stadt, wirt­schaft­lich ungünstig).

 

 

 

 

St. Gal­ler Brat­wurst – nicht in  Biel

Im Rah­men der Dis­kus­sio­nen in der West­ast-Dia­log­grup­pe ha­ben die «Ex­per­ten» im­mer mit dem «Bei­spiel St. Gal­len» ge­kon­tert, wenn die au­to­bahn­kri­ti­schen Mit­glie­der dar­auf hin­wie­sen, dass un­ter­ir­di­sche Au­to­bahn­an­schlüs­se vom Bun­des­amt für Stras­sen AS­TRA ka­te­go­risch ab­ge­lehnt wer­den. Aus die­sem Grund wur­den näm­lich die Westastan­schlüs­se in Biel nicht un­ter­ir­disch, son­dern of­fen ge­plant, was zu ei­nem schö­nen Teil zum de­fi­ni­ti­ven Ab­sturz des A5-Aus­füh­rungs­pro­jekts beitrug.

Was hat es aber auf sich, mit der für un­se­re Ver­kehrs­ex­per­ten nach­ah­mens­wer­ten St. Gal­ler Lö­sung? Die Mehr­heit der Dia­log­grup­pe woll­te nichts Ge­naue­res wis­sen und war froh, dass da will­kom­me­ne Mu­ni­ti­on für das Durch­drü­cken ei­nes Ju­ra­tun­nels mit in­ner­städ­ti­scher Ein- oder Aus­fahrt un­ter of­fe­nem Him­mel ge­lie­fert wurde.

Des­halb hier in al­ler Kür­ze ein paar Fak­ten, die auf­zei­gen, dass die Spar­ring­part­ner* ge­nann­ten Ex­per­ten ei­ne St. Gal­ler Brat­wurst mit ei­nem Bie­ler Sau­cis­son ver­gli­chen ha­ben. Fakt ist: Das AS­TRA und St. Gal­len ha­ben ein Rie­sen­pro­blem, in kei­ner Wei­se ver­gleich­bar mit der Si­tua­ti­on am Bielersee.

 

Die be­stehen­de Stadt­um­fah­rung St. Gal­len der A1 – ei­ne Haupt­ar­te­rie des Au­to­bahn­ver­kehrs im Os­ten der Schweiz – ver­läuft in zwei Tun­neln. Die­se müs­sen zwin­gend um­fas­send sa­niert wer­den, d.h. jah­re­lan­ge Tun­nel­schlies­sun­gen sind pro­gram­miert. Um­fah­rungs­lö­sun­gen gibt es kei­ne. Al­so soll nun in ei­nem ers­ten Schritt ei­ne drit­te Röh­re ge­baut wer­den. Ist die­se mal in Be­trieb, kann ein Tun­nel nach dem an­dern blo­ckiert und sa­niert werden.

Um wäh­rend der lan­gen Sa­nie­rungs­pha­se ei­nen Ver­kehrs­kol­laps zu ver­mei­den, plant man im glei­chen Zug zu­sätz­lich ei­ne so­ge­nann­te Span­ge (=un­ter­ir­di­sche An­bin­dung zur Ag­glo Ap­pen­zel­ler­land). Sie be­steht aus dem Tun­nel «Feld­li» und ei­nem un­ter­ir­di­schen Krei­sel un­ter dem Gü­ter­bahn­hof mit­ten in der Stadt.

Ei­ne ähn­li­che Lö­sung für den Bie­ler West­ast hat das AS­TRA für das in­zwi­schen be­er­dig­te West­astpro­jekt mit al­ler Macht ver­wor­fen. Im Un­ter­schied zum St. Gal­ler Span­gen­pro­jekt, wo die Aus­gangs­la­ge ei­ne ganz an­de­re ist: In St. Gal­len muss das AS­TRA für die Sa­nie­rung ei­nes Teils sei­ner wich­ti­gen Au­to­bahn-Ost-West­trans­ver­sa­le den to­ta­len Ver­kehrs­kol­laps be­fürch­ten, wes­halb das Bun­des­amt ei­ne ganz gros­se Krö­te schluckt und sich da­mit über sei­ne ei­ge­nen schweiz­weit dik­tier­ten Auf­la­gen hin­weg­setzt (=kei­ne un­ter­ir­di­schen Au­to­bahn­an­schlüs­se mehr).

Kein Ver­gleich mit der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on am Bie­ler­see: Die N5, auf Stadt­ge­biet als Au­to­bahn 3.Klasse ge­plant, eu­ro­pä­isch un­be­deu­tend, kann – im Ge­gen­satz zu St. Gal­len – nie­mals als Recht­fer­ti­gung für ei­nen un­ter­ir­di­schen Au­to­bahn­an­schluss ab und zu ei­nem Ju­ra­tun­nel her­an­ge­zo­gen wer­den. Wür­de ein sol­cher An­schluss, wie vom AS­TRA vor­ge­schrie­ben, in der See­vor­stadt je­doch of­fen ge­führt, wä­re ein er­neu­ter Volks­auf­stand so si­cher wie das Amen in der Bie­ler Stadtkirche.

Des­halb: Brat­würs­te sind be­kann­ter­wei­se ei­ne St.Galler Spe­zia­li­tät. Aber mit AS­TRA-Senf selbst dort un­ge­niess­bar. Der Wi­der­stand ge­gen das Pro­jekt «Teil­span­ge» ist lan­ciert. Die Bürger:innen von Biel/Bienne ha­ben es er­folg­reich vor­ge­macht und blei­ben wei­ter­hin wach­sam – Ju­ra­tun­nel durch die Hin­ter­tür?  Po­li­tik gä­ge d’Lüüt? In Biel aussichtslos.

 

 

* Der Spar­ring­part­ner beim Bo­xen be­nutzt zu­sätz­lich ge­pols­ter­te Box­hand­schu­he und darf nie zu fest zu­schla­gen, son­dern er tän­zelt um den auf­trag­ge­ben­den Trai­nings­part­ner herum.

 


 

 

Der Prio­ri­tä­ten­set­zer

 

Fal­sche Prio­ri­tät:  «Der Ju­ra­tun­nel wird stu­diert.»   Chr. Neu­haus auf facebook

 

 

 

 
 

30.09.2021
Rund um den Bie­ler­see
nimmt die Be­völ­ke­rung
das Heft in die Hand
 

10.08.2021
«West­ast so nicht!» bleibt. 
Bald mit auf­ge­frisch­tem Namen.

 

 


 

 

«West­ast so nicht!» droht das Aus

Am 10.August 2021 soll das Ko­mi­tee «West­ast so nicht» li­qui­diert wer­den – wenn es nach dem Wil­len des Ver­eins­vor­stan­des geht.

Ein Un­sinn son­der­glei­chen: Ei­ne Bür­ge­rIn­nen­in­itia­ti­ve mit 2’000 Mit­glie­dern oh­ne Not auf­zu­lö­sen, ist ein star­kes Stück. Das letz­te Wort hat je­doch die Mit­glie­der­ver­samm­lung. Es geht dar­um ei­ne be­währ­te Struk­tur am Le­ben zu er­hal­ten, die auch in Zu­kunft mit brei­tem Rück­halt ein­grei­fen kann, wenn die Re­gi­on Biel von den Be­hör­den bau­lich und ver­kehrs­tech­nisch in ei­ne un­er­wünsch­te Rich­tung ver­än­dert wer­den soll. Stich­wor­te: Ju­ra­tun­nel, Ag­glo­lac 2.0, etc.

 

 


 

Und im­mer wie­der der Juratunnel…

Die Nach­fol­ge-Or­ga­ni­sa­ti­on Es­pace Biel/Bienne.Nidau, wel­che die Emp­feh­lun­gen vom Dia­log­pro­zess vor­an­trei­ben und um­set­zen soll, wur­de mit ei­nem stol­zen Bud­get aus­ge­stat­tet: Ins­ge­samt ste­hen CHF 820’000 zur Ver­fü­gung – al­lein für Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Pla­nungs­ar­bei­ten, und al­lein für 2021!

Die Hälf­te da­von be­zahlt der Kan­ton Bern, den Rest über­neh­men die Städ­te Biel und Ni­dau, so­wie die Ge­mein­den Brügg, Ip­sach und Port.

Wes­halb die Kos­ten so hoch sind, geht et­wa aus dem Kre­dit­an­trag des Bie­ler Ge­mein­de­rats her­vor. Dar­in sind un­ter an­de­rem Ho­no­ra­re für Fach­ex­per­ten in der Hö­he von CHF 120’000 ver­an­schlagt. No­ta­be­ne han­delt es sich da­bei um die glei­chen Bü­ros – Fritz Ko­bi und Han van de We­te­ring – die be­reits wäh­rend des Dia­log­pro­zes­ses kräf­tig ab­kas­siert hatten.

Die bei­den Ex­per­ten wie auch der da­ma­li­ge Pro­zess­lei­ter Hans Wer­der ge­fie­len sich ja be­kannt­lich in der Schluss­pha­se des Dia­logs dar­in, die Op­ti­on «Ju­ra­tun­nel» mäch­tig zu pu­shen. Das wirkt sich bis heu­te aus.

So be­haup­te­te et­wa die Ni­dau­er Stadt­prä­si­den­tin und Co-Lei­te­rin von Es­pace Biel/Bienne.Nidau an­läss­lich ei­nes Tref­fens mit ehe­ma­li­gen Teil­neh­me­rIn­nen des Dia­log­pro­zes­ses steif und fest, die Pla­nung des Ju­ra­tun­nels sei Be­stand­teil der im De­zem­ber 2020 ver­ab­schie­de­ten Emp­feh­lun­gen. Ei­ne Be­haup­tung, die schlicht­weg falsch ist.

Re­gie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus bläst je­doch ins glei­che Horn: «Es wird ein Ju­ra­tun­nel stu­diert», liess er kürz­lich in ei­nem sei­ner be­rühmt-be­rüch­tig­ten Face­book-Kom­men­ta­re ver­lau­ten. Und de­gra­dier­te die rest­li­chen Emp­feh­lun­gen aus dem Dia­log­pro­zess kurz­um zu be­glei­ten­den «flan­kie­ren­den Mass­nah­men» für ei­nen Au­to­bahn­bau, wo und wie auch immer.

 

Die Twan­ner Ge­mein­de­prä­si­den­tin Mar­grit Boh­nen­blust hat sich und ih­re Ge­mein­de vor­erst aus der Or­ga­ni­sa­ti­on, wel­che die Dia­log-Emp­feh­lun­gen um­set­zen soll, aus­ge­klinkt. Sie wä­re aber ge­willt und be­reit, in die­sem Gre­mi­um wie­der mit­zu­re­den, falls der Ju­ra­tun­nel zwi­schen Bö­zin­gen und Biel wie­der ins Ge­spräch kom­men soll­te, wie sie ge­gen­über dem Bie­ler Tag­blatt er­klär­te. Für sie sei dies die bes­te Lö­sung: «Dann wür­de der Tran­sit-Ver­kehr an Twann-Tü­scherz vor­bei im Hang verschwinden.»

So he­gen und pfle­gen Po­li­ti­ke­rIn­nen und so­gar Fach­ex­per­ten nach wie vor ih­ren gros­sen Traum vom Tun­nel, der den Ver­kehr ver­schwin­den lässt. Das Dum­me ist nur, dass je­der Tun­nel nicht nur ei­nen Ein- son­dern auch ei­nen Aus­gang hat: Der Ver­kehr ver­schwin­det nicht. Und Tun­nel­por­ta­le ver­schan­deln so­wohl die Stadt- wie die Naturlandschaft.

Der Ju­ra­tun­nel ist ge­nau­so we­nig um­setz­bar oder sinn­voll, wie es der West­ast war. Es wä­re an der Zeit, Kräf­te, Geld und Fan­ta­sie in sinn­vol­le­re, um­setz­ba­re Mo­bi­li­täts­lö­sun­gen zu in­ves­tie­ren. Auch in der Re­gi­on Biel!

 


 

 

Weh­ret den Anfängen!

 

Der West­ast-Dia­log­pro­zess en­de­te im De­zem­ber 2020 mit ei­nem kla­ren Ver­dikt: Das Aus­füh­rungs­pro­jekt und der ge­plan­te Bau des «West­asts» mit den An­schlüs­sen Bi­en­ne-Cent­re und See­vor­stadt ist vom Tisch. Definitiv.

Gleich­zei­tig «emp­fiehlt» je­doch der Deal, dass die Pla­nung ei­ner neu­en «lang­fris­ti­gen Lö­sung» um­ge­hend an die Hand zu neh­men sei. Da­bei wur­den von den Ver­tre­te­rIn­nen der Kern­grup­pe die Wei­chen klar für ei­ne «Va­ri­an­te Ju­ra­tun­nel» ge­stellt. Die Mehr­heit der Dia­log­grup­pe hat das oh­ne zu zö­gern abgenickt.

Die­se Va­ri­an­te hät­te zwin­gend den Bau ei­nes in­ner­städ­ti­schen Au­to­bahn­an­schlus­ses zur Fol­ge. Na­tür­lich al­les un­ter­ir­disch. Wie der mo­to­ri­sier­te Ver­kehr aus der Stadt und in die Stadt an die Ober­flä­che ge­lan­gen soll, wird tun­lichst verschwiegen.

Dem Ver­neh­men nach wur­de der Ju­ra­tun­nel in den Ver­hand­lun­gen ins­be­son­de­re von den Her­ren Wer­der und Ko­bi ge­pusht so­wie von den West­astbe­für­wor­tern, den Be­hör­den und so­gar ei­nem Teil der West­astgeg­ner­schaft begrüsst.

Da­zu kann man nur sa­gen: Tot­ge­glaub­te le­ben län­ger… Be­reits vor über 40 Jah­ren stan­den im­mer wie­der neue Ju­ra­tun­nel-Va­ri­an­ten zur De­bat­te. Und die Fra­ge, ob Nord- oder Süd­um­fah­rung und überhaupt…

Bis An­fang der 1990er Jah­re vo­tier­te ei­ne Mehr­heit der Bie­ler Po­li­ti­ke­rIn­nen für ei­nen Ju­ra­tun­nel – auch wenn der ei­ne oder an­de­re aus wahl­tak­ti­schen Grün­den mal sei­ne Mei­nung ge­än­dert hat, wie wir das ja auch heu­te noch kennen:

 

Und nun soll die­ses Ge­ran­gel wie­der von vor­ne los­ge­hen? Die Pla­nungs­bü­ros rei­ben sich schon die Hände.

Weh­ret den Anfängen!

Wir for­dern: Kei­ne wei­te­ren Pla­nungs­mil­lio­nen für ein Pro­jekt, das es nicht braucht – und das eh nie ge­baut wird. Statt­des­sen In­ves­ti­tio­nen in ei­ne rea­li­täts­ba­sier­te, in­no­va­ti­ve und zu­kunfts­taug­li­che Mobilitätspolitik.

 


 

Bil­li­ger und bes­ser statt ir­gend­ein Juratunnel

 

 

 

 


 

Stras­sen­bau­po­li­tik 1960–2020

Stau – Mehr Stras­sen – Mehr Stau – Mehr Stras­sen – Im­mer noch Stau – Noch mehr Stras­sen – Noch mehr Stau – Nicht ge­nug Stras­sen – Wie­der mehr Stau – Nicht ge­nug Spu­ren – Stras­sen­aus­bau – Stau beim nächs­ten Eng­pass – Aus­bau Eng­pass – Mehr Spu­ren, Stau an­dern­orts, Stau hier, Stau dort, in ei­nem fort, un­d­so­wei­ter un­d­so­fort un­d­so­wei­ter undsofort…

 

 

Ein nor­ma­ler Sonn­tag 1967

video

Stau am Bielersee-Nordufer 

 

 

Ein nor­ma­ler Auf­fahrts­tag 2020

Stau am Bielersee-Nordufer 

 

 


 

Stras­sen­bau­po­li­tik ab dem Jahr 2021

 

Was mit dem West­ast wei­ter passiert